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THE STORY OF THE SISTERS

Einst war das Königreich von Hiraeth friedlich. Adrian Foxglove heiratete mit sechszehn Jahren Violet von Emerald. Beide waren glücklich und schwerst verliebt. Nun musste der neue König beweisen, dass er seiner Rolle würdig war. Kriege, das Führen der Ratsmitglieder, das Gründen einer Familie, sowie die Sicherung der Thronfolge – Es schien so, als ob alles seinen Lauf nehmen würde. Sobald folgte der erste Nachwuchs, doch schon bald stellte der Magister fest, dass es nicht der gewünschte Junge werden würde, sondern ein Mädchen. Ein paar Mondphasen später wurde Kenna im königlichen Gemach geboren. Eine Prinzessin voller Anmut – von ihrer Familie geliebt. Doch so wie es die Tradition verlangte, war sie niemals in Stande das Königreich zu führen. Ein männlicher Thronfolger musste her und obwohl Adrian und Violet darüber im Klaren waren, zogen sie die Prinzessin in Liebe und Fürsorge auf.

 

Monate nach Kennas Geburt wurde Violet erneut schwanger. Adrian war nach wie vor vernarrt darauf, einen Jungen zu bekommen, um die Thronfolge zu sichern. Dafür war ihm jedes Mittel recht und aus Angst und Furcht, dass es wieder ein Mädchen werden würde, wandte er sich an die Loge der Zauberinnen. Die Magierinnen, die aber vom Volk als Hexen beschimpft und ausgegrenzt wurden, kannten weiße und schwarze Magie. Taya Bellflower, die Meisterin der Loge, bot ihre Hilfe an und braute über drei Monde und zwei Sonnentage einen Trank, der schwarze Magie erforderte. Obwohl diese Art von Magie verhöhnt und als gefährlich gesehen wurde, vertraute Adrian Taya und nahm den sogenannten Blutmondtrank an. Taya sprach: "Um Mitternacht, wenn Luna den Mond ins Rote färbt, so muss man das Elexier zu sich nehmen und die Worte: > Omne votum mihi conceditur dum Lunam honorat. < sprechen, die Augen schließen und zu Luna, der Mondgöttin, beten. So würde jeder Wunsch in Erfüllung gehen." Und so war es. Ein Prinz sollte geboren werden und Adrian und Violet waren glückstrahlend und zuversichtlich, was die Zukunft des Königreiches und der Familie anging. Doch die Realität sah anders aus. Einen Tag vor der Geburt des zukünftigen Prinzens erlitt die Königin die schlimmsten Schmerzen ihres Lebens. Die Sorge um das Baby und die Königin waren groß. Adrian schlief nicht, aß nichts – hielt die Hand von seiner Königin die ganze Nacht hindurch. Doch dies reichte nicht aus. Der Prinz wurde tot geboren. Nichts in dieser Welt war so schmerzhaft für Adrian und Violet wie der Verlust dieses Kindes. Wochen, Monate, Jahre vergingen. Die Zeit lief weiter, aber die Qual blieb. Nicht nur die Familie litt, auch das Volk war bei dieser Nachricht erschüttert.

 

Sie gaben die Hoffnung nie auf und der Wunsch nach einem Neugeborenen war nach wie vor beständig. Und so passierte es, dass Violet aufs Neue ein Kind erwartete. Die Freude und der Jubel war groß – innerhalb der Familie, aber auch das Volk, welches schon beinahe die Hoffnung verloren hatte, war überglücklich. Adrian und die Königin waren sich aber sicher, dass sie dieses Mal keine schwarze Magie oder jegliche andere Hilfe in Anspruch nahmen. Hoffnung, sie hatten Hoffnung. Und so war sich das Königspaar bei der Namensgebung einig, ganz egal ob Junge oder Mädchen, dass das Baby "Hope" (Yeji.) heißen würde. Die Monate zogen ins Land und im Frühsommer war es endlich soweit. Hope wurde geboren. Dunkle Augen wie Ebenholz, eine winzige Stupsnase, eine zierliche kleine Gestalt – Violet hielt ihre neugeborene Tochter in den Armen und obwohl das Königspaar einen Hauch von Enttäuschung verspürte, waren sie glücklich, ein gesundes Baby auf die Welt gebracht zu haben.

 

Die beiden Töchter wuchsen zu ansehnlichen und schönen Frauen auf. Begehrt, geliebt – so wie Adrian und Violet, waren auch Kenna und Hope bei dem Volk beliebt. Oft waren die Geschwister bei königlichen Auftritten zu sehen, aber manchmal schlich sich Hope (Yeji.) auch aus dem königlichen Palast heraus und mischte sich unter das bürgerliche Volk. Sie schloss heimliche Freundschaften und verbrachte ihre Zeit mit ihnen, während Kenna im Schloss die königlichen Geflogenheiten näher kennen lernte und Hope deckte, sobald ihr Verschwinden im Schloss auffiel. Tanzen, Nähen, Schreiben, Lesen, das Hantieren von Pfeil und Bogen – Kenna liebte ihre Pflichten als Königstochter. Hope hingegen erkundete mit ihren neuen Freunden Velen und kam als junge Frau das erste Mal mit Magie und Zauberei in Berührung, als sie Emerald, die Geburtstadt ihrer Mutter, erkundeten.

 

Eine Sonnenfinsternis brach ein und die Tage wurden wieder kühler. Adrian, der schon seit vielen Mondphasen mit einer unbekannten Krankheit zu kämpfen hatte, wusste, dass bald der Moment käme, um Abschied zu nehmen. So war ihm auch bewusst, dass kein männlicher Nachfolger den Thron übernehmen könne. So nahm er Kontakt mit dem Nachbarkönigreich auf und ließ eine Vermählung von dessen Prinzen und seiner Tochter Kenna einberufen. Elijah Marigold, der erste seines Namens, schickte ihr vor der großen Heirat viele Geschenke und machte ihr den Hof. Kennas Begeisterung hielt sich jedoch in Grenzen – sie wollte nicht heiraten. Und schon gar niemanden, den sie noch nicht einmal gesehen hatte. Hope (Yeji.) freute sich, denn sie war eine hoffnungslose Romantikerin und steuerte ihre eigenen Gedanken und Ideen bei der bevorstehenden Hochzeit mit ein. Denn die Prinzessin war sich sicher: Ihre Schwester solle eine Hochzeit bekommen, wie man sie in keinem anderen Königsland gesehen hat. Prächtig, protzend, edel und bezaubernd. Und diese Hochzeit sprengte jegliche Erwartungen. Alle waren glücklich – außer zwei, nämlich das frisch verheiratete neue Königspaar. Denn was niemand wusste: Elijah fühlte sich nicht zu Frauen hingezogen und hatte schon über Jahre hinweg eine heimliche Liebschaft mit seinem Kämmerer. Kenna wusste davon und beide einigten sich, dass ihre Ehe nur für das Wohl des Königreiches Hiraeth fortbestehen würde, ohne jegliche Liebe. Kurz nach der Hochzeit verstarb der geliebte Vater in den Armen von Violet. Trauer überschüttete das Land. Bürger legten selbst Monate nach dem Todestag noch immer Blumen vor den Toren nieder. Erst am Ende erfuhren die beiden Schwestern, dass ihr Vater über Jahre in Behandlung von schwarzer Magie war. Denn die Hand des Königs, Philippe von Ellenberg, der ehemalige Burgherr von Lichtern, war ein treuer Freund des Königs über eine lange Zeit und riet Adrian dazu, sich durch Zauber heilen zu lassen. Zauberinnen der Loge und Hexer aus ganz Hiraeth wurden heimlich in das Schloss eingeschleust und hinter verschlossenen Türen wurde er behandelt – im Nichtwissen seiner Familie. Doch irgendwann war Adrians Körper zu schwach für die intensiven Behandlungen dieser sogenannten Schwarzmagie und sein Geist verließ seinen Körper Monate später. Das Wissen, dass Magie ihren Vater umgebracht hatte, entzürnte Kenna so sehr, dass sie jegliche Magie und Zauber verbieten lassen wollte. Elijah aber schwor auf diese Magie und wiedersprach seiner Königin.

 

Violet wurde schwächer und schwächer. Sie schloss sich ein, aß nichts mehr. Ihr Lebenswillen nach dem Tod von Adrian war einfach erloschen. So dauerte es nicht lange, bis auch ihr Herz aufhörte zu schlagen. Hope war beinahe gelähmt vor Trauer und verharrte am Grab ihrer Eltern so oft und so lange sie konnte. Sie betete zu den neuen und den alten Göttern, vor allem zu Luna der Mondgöttin. Doch auch ihr Beten konnte ihre geliebten Eltern nicht mehr zurückbringen.

 

Kenna musste zusehen, wie ihre Schwester langsam aber sicher auch in sich zusammenbrach. Trauer verspürte sie nicht, sondern eine Leere. Doch diese Leere füllte sich mit Hass und Zorn gegenüber der Familie Marigold, jeglicher Magie und Zauberei.

 

Elijah verbrachte in dieser Nacht, wie so oft, die Nacht mit seinem Kämmerer im königlichen Gemach. Weintrauben, roter Wein, Kerzenschein – ohne jegliche Sorgen planten die beiden die nächste Reise nach Lucian, um jagen zu gehen. Mit einem lauten Knallen sprang die Tür des königlichen Gemaches auf. Eine große Gestalt, in einer eisernen Rüstung, stand gewappnet mit einem Schwert vor dem Bett. Ein Gesicht konnte man nicht erkennen, doch das Blut tropfte von der Klinge auf den steinernen Boden. Erst jetzt sah Elijah, dass seiner königlichen Wache, die vor seiner Tür verweilten, die Kehle durchtrennt wurde. Blut trat aus ihren leblosen Körpern hervor, welches sich ausbreitete und in das Zimmer floss. Vor lauter Angst brachte Elijah und sein Geliebter kaum ein Wort heraus, aber sie hatten dafür auch keine Zeit. "Einen Gruß von der Königin", waren die letzten Worte des Henkers, als er auch ihre Kehlen durchschnitt und sie verbluteten. Ein dumpfes Klackern hallte durch die Gänge des Schlosses. Kenna näherte sich dem Gemach, ließ einen Blick über die Leichen schweifen und gab danach ihrer Wache die Bezahlung, die sie ihm versprochen hatte. Kalt aber entschlossen nahm sie sich vor, dass sie nun jeglichen Zauber verbieten würde. Denn nun hatte sie die Möglichkeit. Als neu ernannte Königin und alleinige Herrscherin von Hiraeth.

 

Die Schwestern, die einst so unzertrennlich waren, wuchsen nun wieder näher zusammen. Dem Königreich ging es unter der Führung der Schwestern gut. Doch nun hatte jede Schwester ein Geheimnis. Kenna, die morden ließ, um ihr Königreich zurück zu bekommen und dieses zu schützen. Hope, die trotz Verbannung von Magie weiterhin an ihrem Wunsch festhielt, eines Tages eine Zauberin zu werden.

author's notes

Unsere Story basiert auf unser Seitenkonzept. Es muss nicht bedeuten, dass ihr die Geschichte in euer Roleplay einfließen lassen müsst.
Wir haben diese Geschichte frei erfunden. 

CRY TO THE MOON ROLEPLAY  | CTTM